Projektbeschreibung Diplom

 

Ausgangssituation:

Das Projekt entstand aus dem, unter Projekte beschriebenen, "Sweeping Window". Diese Applikation wurde für das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt entwickelt und bestand aus einem, auf Schienen angebrachten, Monitor, der über einen realen Schiffsbauplan geschoben wurde.Der Monitor zeigte immer den digitalen Teil des Bauplans, der gerade vom Monitor überdeckt wurde. An einzelnen Stellen wurden dann Animationen und Videos abgespielt, die den Entstehungsprozess eines Teils des Schiffsmodells zeigten. (s. Foto)

RIA "Sweeping Window"

Die Problematik dieser Applikation lag vor allem darin, daß sie komplett statisch aufgebaut war und jede kleine Änderung manuell in Flash vorgenommen werden mußte. Somit bestand keinerlei Änderungsmöglichkeit durch die Mitarbeiter des Museums.

 

Aufgabenstellung Diplom:

Ausgehend von der obigen Applikation besteht die wesentliche Aufgabenstellung meines Diplomprojektes darin, das Programm so zu modifizieren, daß alle Inhalte dynamisch geladen werden und somit jederzeit durch einfaches Austauschen von Dateien und sonstigen kleineren Angaben alle Elemente modifiziert werden können. Im Gegensatz zur obigen Anwendung, bei der der Monitor nur horizontal verschoben werden konnte, soll die neue Applikation mit dem Arbeitstitel "Dynamic Slidechain" zusätzlich in vertikaler Richtung verschoben werden können. Das kann man sich so vorstellen, daß man eine virtuelle Tapete hat, über die der Monitor geschoben wird und immer den aktuellen Tapetenausschnitt anzeigt. Zum besseren Verständnis zeigt die folgende Animation das Prinzip:

Nach wie vor sollen Audio- und Videodateien, sowie zusätzliche Informationen angezeigt werden, sobald sich ein Hotspot in der Mitte des Bildschirms befindet.

 

Die Technik:

Basierend auf Adobe Flash CS3 und Actionscript 3.0 wird die Anwendung als AIR-Anwendung für den Desktop erstellt. Die Entscheidung für Adobe AIR fiel auf Grund der Überlegung, daß die Modifikationen der Anwendung über eine grafische Benutzeroberfläche erfolgen soll und diese Angaben dann lokal auf dem Rechner als XML-Datei gespeichert werden sollen. Dies ist mit Flash allein nicht möglich, da Flash in einer restriktiven Sandbox läuft, die den Zugriff auf das Dateisystem verhindert. Adobe AIR hingegen ermöglicht diesen Dateizugriff.
Ohne diesen Dateizugriff wäre eine grafische Nutzeroberfläche für die Änderungen nicht möglich und alle Änderungen müssten in der zuständigen XML-Datei manuell vorgenommen werden, was eine erhebliche Fehlerquelle bedeuten würde.

 

Features:

Nachdem die Anwendung vor der Entscheidung für Adobe AIR bereits fast komplett in Flash 8 und Actionscript 2.0 umgesetzt wurde, mußte bis vor kurzen zunächst der komplette Quelltext nach Actionscript 3.0 migriert werden. Dies bedurfte erheblicher Veränderungen und einige Zeit, da Actionscript 3.0 im Gegensatz zu Actionscript 2.0 als "echte" Programmiersprache auf Basis von OOP gilt. Somit unterscheiden sich die beiden Versionen von Actionscript so erheblich, daß ein Umstieg einer Einarbeitung in eine komplett fremde Programmiersprache gleicht.
Im endgültigen Projekt konnten unter anderem die Folgenden Features implementiert werden:

- freie Wahl des Hintergrundbildes (Da die maximale Größe von Elementen in Flash auf 2880 x 2880 Pixel beschränkt ist, müssen entsprechend größere Bilder zerteilt werden.)

- freie Wahl der Anzahl der Hotspots.

- freie Positionierung, Größe, Farbe und Transparenz der Hotspots.

- freie Wahl der abzuspielenden Medien bei Hotspot-Kontakt. Sowohl Videos, Webseiten, als auch Audiodaten können hier eingefügt werden, auch gleichzeitig.

- Monitortyp und -Auflösung sind egal, da sich das Programm an die vorliegenden Einstellungen anpasst, ohne zu skalieren.

- freie Wahl der Position der eingebundenen Videos.

- freie Wahl, ob der Ton der Videos gespielt werden soll oder nicht und dessen Lautstärke

- freie Wahl der Größe der einzelnen Videos (Diese werden ggf. skaliert)

- u.a.m.

- grafische Administrationsoberfläche:

"Dynamic Slidechain" - Entwurf GUI